Tag für Tag zehn Tote

Zwei Jahre vor Beginn der Fußballweltmeisterschaft 1978 putschte sich im Ausrichterland Argentinien das Militär an die Macht. Unter der Herrschaft der Staatsterroristen wurden nach Angaben von Menschenrechtlern mehr als 30.000 Menschen ermordet, darunter auch Deutsche, wie die Pfarrerstochter Elisabeth Käsemann. Deutsche Politiker, Deutsche Fußballfunktionäre und deutsche Unternehmen sahen weg, äußerten sich positiv, halfen die WM zu organisieren und machten blendende Geschäfte mit der Diktatur. Das schmale Büchlein „Tag für Tag zehn Tote, wir sind mit dem Gesehenen sehr zufrieden“, war der Versuch, auf die Menschenrechtsverletzungen aufmerksam zu machen. Die Militärdiktatur stürzte letztlich über den Falkland-Krieg 1982. Noch immer sind nicht alle Folterer verurteilt, noch immer sind Menschen vermisst, noch immer leiden Entführungsopfer unter den Folgen dessen, was ihnen angetan wurde. „Tag für Tag zehn Tote“ ist der Beleg dafür, dass jeder, der es wollte, wissen konnte, was in Argentinien geschah.

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